Der Chow Chow im Rasseportrait

Geschichte

Der Chow Chow zählt zu den ältesten Hunderassen der Welt. Bereits 1000 Jahre vor unserer Zeitrechnung werden Hunde vom Chow-Typ in China erwähnt. Man schätzte sie vor allem wegen ihrer Fähigkeiten für die Jagd und als Wachhunde. Der erste Europäer, der den Chow Chow beschreibt, war Marco Polo, doch erst Ende des 19. Jahrhunderts gelangten diese Hunde nach England. In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts verbreitete sich der Chow über die ganze Welt.

Zahlreiche Legenden ranken sich um die Herkunft der tiefblauen Zunge, und ebenso viele Deutungsmöglichkeiten bietet die Bezeichnung Chow Chow. Der ursprüngliche Name war vermutlich „Chao“, dies bedeutet „großer primitiver außergewöhnlicher Hund von großer Stärke“. Ebenso denkbar ist jedoch die Deutung des Namens Chow Chow aus dem „Pidgin English“ als Bezeichnung für allerlei fremdländische Waren, die aus dem fernen Osten nach Europa importiert wurden – unter anderem eben auch der Chow Chow.

Eine löwenhafte Erscheinung

Der Chow Chow besticht wie kaum eine andere Hunderasse durch sein imposantes Äußeres. Er ist ein kompakt gebauter mittelgroßer Hund mit einer Schulterhöhe von 46 bis 56 cm. Der etwas mürrische Gesichtsausdruck („Scowl“) entsteht durch die korrekte Haltung der dicken leicht abgerundeten Stehohren. Die Augen sind dunkel von ovaler Form, mittelgroß und ebenmäßig; die Zunge – wie bereits erwähnt – blauschwarz, die Lefzen ebenfalls schwarz. Der typische Stelzgang des Chow Chow ergibt sich durch die steile Hinterhand, seine hochangesetzte Rute trägt er gut über dem Rücken. Die häufigsten Fellfarben sind rot und schwarz, seltener kommen creme, rehfarben oder blau vor. Neben dem allgemein bekannten langhaarigen Chow Chow gibt es auch eine allerdings seltenere Kurzhaarvariante. Die Fellpflege ist einfacher als es die löwenhafte Mähne erahnen lässt, in der Regel genügt konsequentes Bürsten, da der Chow ein äußerst reinlicher Hund ist, der Regen und Wasserpfützen zumeist meidet. Ihm fehlt auch der ansonsten typische „Hundegeruch“.

Der letzte Individualist

Der Chow Chow ist wahrscheinlich die unkonventionellste unter allen Hunderassen. Seine Intelligenz und sein Selbstbewusstsein erfordern ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen. Fremden gegenüber wird sich der Chow stets zurückhaltend bis misstrauisch verhalten. Wer es jedoch versteht, der Individualität dieses Hundes mit Respekt zu begegnen, dem lohnt es der Chow Chow mit lebenslanger Loyalität und Zuneigung. Er ist ein wunderbarer Wachhund, bellt nur, wenn unbedingt nötig und würde seine Familie, die er liebt, bis zur Selbstaufgabe schützen. Mehr als andere Hunde fordert der Chow Chow seine Anerkennung als vollwertiges Familienmitglied. Wird er dementsprechend sozialisiert und behandelt, wird daraus eine zutiefst befriedigende Beziehung zwischen Familie und Chow erwachsen. Von klein an daran gewöhnt ist ein Chow Chow aufgrund seiner Robustheit und seines in sich ruhenden Charakters für Kinder, denen der respektvolle Umgang mit Hunden beigebracht wurde, durchaus geeignet.

Ein Chow gehorcht nicht ohne den Sinn des Gehorsams einzusehen, für jegliche Art des Abrichtens ist der daher denkbar ungeeignet. Er erlernt zwar Befehle, führt diese allerdings nur aus, wenn er es selbst für richtig hält. Mäßig ausgedehnte Spaziergänge genügen dem Chow Chow vollkommen, er nützt sie zur geistigen Anregung. Aufgrund seines ausgeprägten Jagdinstinktes sollte der Chow allerdings stets an der Leine geführt werden, da man absolute Kommandosicherheit von ihm nie erwarten darf. Willenlose Unterordnung ist ihm fremd. Sigmund Freud – selbst Chow Chow-Besitzer – bezeichnete ihn als „letzten Individualisten unter den Hunden“.

Den Chow Chow zeichnet eine äußerst hohe Lebenserwartung von nicht selten 14 bis 15 Jahren aus. Er ist sicherlich kein Hund für jedermann, doch wenn man es versteht eine von gegenseitigem Respekt getragene Beziehung zu einem Chow Chow aufzubauen, wird man mit lebenslanger Liebe und Ergebenheit dieses einzigartigen Hundes belohnt werden.



Weiterführende Links